Inbetriebnahme eines Industrieroboters
Ausführende
Philip Geißler, Andreas Brandl, Gerhard Piringer
Betreuung
Dipl.-Ing. Gerhard Jüngling, Dipl.-Ing. Andreas Schubert, Dipl.-Ing. Wolfgang Juen
Aufgabenstellung

Die Schule HTL 3 Rennweg hat einen Industrieroboter der Firma ABB gekauft. Mit diesem soll
Schülern der Umgang mit Robotern beigebracht werden. Deshalb wurde dieser Roboter als
eine Diplomarbeit gewählt, um diesen so vorzubereiten und inbetriebzunehmen, dass Schüler der
nachfolgenden Jahrgänge mit diesem arbeiten können und ihr Wissen bezüglich Robotik und
Automatisierung für das Berufsleben erweitern können.
Bei dem Roboter handelt es sich um einen Sechsachsen-Knickarmroboter der Firma ABB. Er ist mit
einem pneumatischen Greifer der Firma Schunk bestückt und auf seiner Roboterbasis befinden sich
Elektro- sowie Pneumatikanschlüsse.
Die Steuerelektronik befindet sich in der Steuereinheit, welche die Bezeichnung IRC5 hat. Diese
ist auch noch mit einer Input/Output-Karte versehen, mit welcher Ein- und Ausgänge definiert werden
können.
Programmiert wird der Roboter mit einem Handprogrammiergerät, welches mit einem Touchscreen und
einem Joystick bestückt ist.
Der Roboter kann natürlich auch mit einer Roboterprogrammiersoftware programmiert werden.
Diese trägt den Namen RobotStudio und es ist auch noch möglich Kollisionvermeidungen zu
programmieren und es können extrem realistische Simulationen erstellt werden.
Um die Simulationen so realistisch wie nur möglich zu gestalten kann die gesamte Arbeitsumgebung
in die Software importiert werden.
Bei dieser Diplomarbeit war es sehr wichtig sich auch um gewisse Sicherheitskriterien zu kümmern,
da dieser Roboter eine enorme Kraft. Die Sicherheitskriterien waren zu überlegen und zu realisieren,
damit kein Schüler diversen Gefahren ausgesetzt ist.
Details zur Realisierung

Hauptaufgabe des Projektes war die Planung und Vorbereitung des Arbeitsplatzes, damit der Roboter für Laborübungen
verwendet werden kann. Dazu gehören folgende Punkte:
- Arbeitsplatz planen und aufbauen
- Sicherheitstechnik installieren
- Demoprogramme erstellen
- Greifer herstellen
- Simulation erstellen
Bevor der Roboter geliefert wurde, mussten einige organisatorische Sachen erledigt werden.
Es war wichtig sich zu überlegen wohin der Roboter gestellt wird. Diese Frage war schnell geklärt, denn es
befindet sich ein Transfersystem im Automatisierungslabor, mit welchem der Roboter Programme abarbeiten kann.
Nachdem die Standposotion des Roboters geklärt war, musste eine Stromversorgung installiert werden.
Unserer Schule war es natürlich sehr wichtig, dass gewisse Sicherheitskriterien erfüllt werden. Zu diesem Zweck
wurde eine Warnleuchte installiert, welche es leicht ersichtlich macht wann der Roboter in Bewegung ist.
Des Weiteren wurde auch noch ein Sicherheitsbereich aufgeklebt, in welchen man nicht hineintreten darf wenn der
Roboter inbetrieb ist. Um den Arbeitsplatz noch sicherer zu machen wurden diverse Zugänge zu dem Roboter mit Tischen
abgesperrt.
Um Demoprogramme zu erstellen mussten zuerst Greiferbacken hergestellt werden, welche man auf den schon vorhandenen
Greifer der Firma Schunk montieren konnte. Dies wurde durch einen 2mm dicken Nierosterstahl realisiert, welcher gebogen
wurde und an den Greiferflächen auch noch mit Schaumstoffpads versehen wurde, damit eine kleine Knautschzone vorhanden war.
Der Roboter sollte eigentlich in einer gedrosselten Version geliefert werden. Da dies jedoch nicht der Fall war mussten wir
uns eine Konstruktion überlegen, welche es möglich macht den Roboter auf zwei Positionen zu fixieren. Die erste Position
sollte so gewählt werden, dass der Roboter mit seiner Reichweite nichts berühren und beschädigen kann. Die zweite Position
sollte direkt bei dem Transfersystem sein, damit Programme mit dieser abgearbeitet werden können.
Um diese Kriterien zu erfüllen haben wir eine Grundplattenkonstruktion geplant und hergestellt auf welcher der Roboter mit
vier Rollen fahren und mit massiven Schrauben fixiert werden kann.
Nachdem diese Arbeit erledigt war wurden einige Demoprogramme geschrieben, welche den Schülern als Vorlage dienen sollen.
Der Gesamte Arbeitsplatz wurde in ProEngineer dargestellt und in die RobotStudio Software geladen. So konnte ein detailgetreuer
Arbeitsplatz modeliert werden, um eine Kollisionsvermeidung zu erstellen.
HTL Wien 3 Rennweg, Mai 2009